Zukunft der Geburtshilfe

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Die Zukunft der Geburtshilfe

Baby, dem Licht ins Gesicht scheint

© Tanya Lipskaya/Shutterstock.com

 

Megatrends: Der Blick in die Zukunft

Wenn schon ein Geburtstermin nicht punktgenau vorauszusagen ist, vom Wetterbericht der nächsten 14 Tage ganz zu schweigen – wie kann man dann über das kommende Jahrzehnt reden? Zukunftsforscher*innen bedienen sich dafür unter anderem sogenannter Megatrends. Das sind langfristige gesellschaftliche Entwicklungen, die bereits begonnen haben und sich wahrscheinlich in die Zukunft hinein fortsetzen. Damit sind sie relativ verlässliche Vorboten dessen, was kommt.

Globalisierung, Individualisierung und neue Formen der Mobilität sind solche Megatrends, aber auch der demografische Wandel oder Modernisierungen im Gesundheitssektor. Und damit eben auch in der Geburtshilfe. Bereits auf dem Hebammenkongress 2019 referierte die Trendforscherin und Autorin Oona Horx-Strathern darüber, wie aktuelle Megatrends die Hebammenarbeit künftig beeinflussen werden und welche Herausforderungen uns alle erwarten. (PDF-Dokument) Diese Diskussion setzen wir beim Zukunftsforum fort.

Digitalisierung: Die virtuelle Hebamme?

Die voranschreitende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche ist für uns schon so alltäglich, dass wir sie kaum noch als Megatrend wahrnehmen. Sie geht auch an der Geburtshilfe nicht spurlos vorbei. Digitalisierung verändert, wie wir Informationen sammeln, verarbeiten und bewerten, sie schafft neue Zugänge zu Dienstleistungen und verlagert viele davon ins Virtuelle.

Wie kommunizieren werdende Eltern im Jahr 2030? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz? Wird uns Alexa künftig sagen, wie es dem Baby gerade geht? Kurzum: Werden Hebammen also abgeschafft? Im Gegenteil: Forscher*innen sind überzeugt, dass zutiefst menschliche Berufe auch in Zukunft dringend gebraucht werden. Demnach könnte die Arbeit von Buchhalter*innen zu 94 Prozent durch Computer ersetzt werden, die von Hebammen aber nur zu einem Prozent. Hebammen sind also auf der sicheren Seite. Trotzdem wird auch dieser Beruf sich verändern – schon allein, weil sich die Menschen verändern.

Future Families: Neue Formen der Familienplanung

Unsere Biografien verändern sich. Galt noch vor 50 Jahren eine frühe Heirat, ein lebenslanger Job und eine Verwurzelung am Heimatort als ideal, leben wir heute viel fragmentierter. Neue Formen der Arbeit, ein stärkerer Drang zur individuellen Lebensgestaltung und eine Vielzahl an Lebenswegen, die uns offenstehen, wirken sich auch auf die Familienplanung aus.
Immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät für ein Kind – seit 1990 hat sich die Zahl der Erstgeburten bei Frauen über 40 Jahren vervierfacht. Neue politische Rahmenbedingungen ermöglichen neue Varianten der Elternzeit und bunte Familienkonstellationen. Das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen, „Social Freezing“ genannt und in manchen Ländern bereits vom Arbeitgeber finanziert, kann der Karriere mehr zeitlichen Spielraum verschaffen.

Empowerment: Die selbstbestimmte Geburt

Seit den 1970er-Jahren gibt es Versuche, die Geburt vorauszuplanen und den optimalen Termin medizinisch zu ermitteln, durch den Einsatz neuester Technik. Studien zufolge senken solche „programmierten Geburten“ das Risiko für Komplikationen.

Doch ist der Trend zur Technisierung immer zukunftsweisend? Schließlich wollen immer mehr Frauen eine selbstbestimmte, natürliche Geburt. Sie vertrauen darauf, dass ihr Kind das Startsignal gibt, und wünschen sich, den Geburtsort frei wählen zu können, ob nun Klinik, Zuhause oder eine der vielfältigen Alternativen. Die Aufklärung und Beratung, die Hebammen dafür leisten, wird in Zukunft noch wichtiger werden – und auch die Notwendigkeit für eine hohe Versorgungsqualität wird weiter steigen. Die Akademisierung unseres Berufs bietet hier die Chance, Kompetenzerwerb und Weiterbildungen zukunftsfähig zu gestalten.

Hebammenarbeit heute

Doch bevor es soweit ist, noch ein Blick in die Gegenwart: Wie genau arbeiten Hebammen eigentlich, wo und mit wem? Lesen Sie hier, was Hebammenarbeit heute bedeutet.

 

 

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